Neue Kaufprämie und Spritpreis-Schock
Kommt jetzt der E-Auto-Boom?
Im März 2026 wurden in Deutschland erstmals mehr Elektroautos als Benziner zugelassen. Laut Kraftfahrt-Bundesamt kamen rund 70.000 Elektrofahrzeuge neu auf die Straße, ein Plus von etwa 66 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Zufall ist das kaum, denn zwei Kräfte wirken gerade gleichzeitig auf den Automarkt ein: eine neue staatliche Kaufprämie und Spritpreise auf historischem Höchststand.
Neue Prämie, neue Logik
Seit dem 1. Januar 2026 gibt es wieder Geld vom Staat beim Kauf eines für E- oder Hybrid-Autos. Die Prämie ist nun sozial gestaffelt: Entscheidend ist nicht mehr der Listenpreis des Autos, sondern das Haushaltseinkommen. Alle Haushalte mit bis zu 80.000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen sind förderberechtigt. Die Basisförderung beträgt 3.000 Euro für reine Elektroautos und 1.500 Euro für Plug‑in‑Hybride. Für Haushalte mit niedrigerem Einkommen und Familien kann der Zuschuss auf bis zu 6.000 Euro steigen. Anträge können seit Mai online über das BAFA‑Portal gestellt werden – auch rückwirkend für alle Zulassungen seit Jahresbeginn. Insgesamt stehen drei Milliarden Euro bis 2029 zur Verfügung, vorgesehen für rund 800.000 Fahrzeuge.
Zeitgleich hat sich die Lage an der Zapfsäule verschärft. Die US-israelische Militäroffensive auf den Iran am 28. Februar 2026 und die Blockade der Straße von Hormus führten innerhalb weniger Tage zu einem deutlichen Anstieg des Ölpreises.
Ein Blick auf die Zahlen zeigt, wie stark der Markt derzeit in Bewegung ist.
Neuzulassungen nach Antriebsart - Deutschland 2023 bis 2026
Die Grafik zeigt monatliche Neuzulassungen von Fahrzeugen nach Antriebsart kombiniert mit Tagesdurchschnittspreisen für E10 und Diesel.
Quellen: Kraftfahrtbundesamt (FZ 8.3); Markttransparenzstelle für
Kraftstoffe.
Achsen: links Neuzulassungen in Tsd.; rechts Tagesdurchschnittspreise an öffentlichen
Tankstellen in EUR.
Welche politische Maßnahme diesen Spritpreisen entgegenwirken sollte, wurde heiß diskutiert. Letztendlich setzte sich Wirtschaftsministerin Katharina Reiche mit einer Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel um rund 17 Cent pro Liter durch.
Die aktuellen Zahlen zeigen einen klaren Trend: mehr E‑Autos, hohe Spritpreise und eine gezielte Förderung. Trotz dieser Entwicklung lässt sich noch nicht sagen, wie stark diese Faktoren zusammenspielen oder eine eindeutige Kausalität ableiten. Ob daraus ein neuer E‑Auto‑Boom entsteht, werden die Zulassungszahlen der nächsten Monate und die Wirkung der gesenkte Energiesteuer zeigen.